Martin und die Treppenhausreinigung im Ulmer Altbau

Der konkrete Fall: ein Treppenhaus von 1908

Im Ulmer Westen steht ein Altbau von 1908 mit 14 Parteien, 68 Stufen und einem Treppenhaus aus Dielen und Sandsteinstufen. Nach dem Winter zeigt sich dort ein wiederkehrendes Bild: dunkle Laufstraßen in der Mitte, Staub in den Ecken, Kalkränder an den Fensterbänken. Die Hausverwaltung ließ monatelang wöchentlich kehren, doch der Eindruck blieb stumpf. Das Problem war nicht fehlende Arbeit, sondern eine Reinigung, die nicht zu den Materialien und Laufwegen passte.

Die Ursache: offene Fugen und falsche Feuchtigkeit

Die Ursache liegt in der Bausubstanz. Die offenen Fugen der Dielen sammeln Feinstaub, der Sandstein gibt bei Feuchtigkeit Mineralien ab, und die schmalen Fensterbänke trocknen langsam. Wird zu nass gewischt, verteilt sich der Schmutz; wird zu trocken gearbeitet, bleibt Staub in den Fugen. Dazu kommen 14 Parteien mit unterschiedlichen Laufzeiten, Lieferverkehr und Kinderwagen. Eine Standardreinigung mit einem Eimer für alle Etagen verstärkt das Problem, weil sie Schmutz von oben nach unten trägt und ihn am Ende nur verlagert.

Die Lösung: Martins Etagenroutine

Genau hier setzt der Reinigungsdienst martin mit einer Etagenroutine an, die Schmutzzonen trennt und Feuchtigkeit dosiert. Statt einer großen Mischung kommen zwei Wischsysteme zum Einsatz: eines für Sandstein, eines für Dielen. Die Reihenfolge ist bewusst festgelegt.

  1. Trocken zuerst: Ein HEPA-Sauger nimmt Staub aus Ecken, Fugen und Treppenunterseiten auf. So wird verhindert, dass Schmutz beim Wischen zu Schlamm wird.
  2. Fugen gezielt behandeln: Ein schmaler Aufsatz löst den Feinstaub aus den Dielenritzen; ein nebelfeuchtes Tuch nimmt ihn auf, ohne Holz zu durchtränken.
  3. Feucht wischen: Sandstein bekommt eine Minimalmenge Wasser und einen pH-neutralen Reiniger; Dielen werden nur nebelfeucht behandelt und sofort trocken nachgewischt.
  4. Kontrolle im Gegenlicht: Zum Abschluss prüft Martin die Stufen mit einer Taschenlampe flach am Boden. Sichtbare Schlieren oder Kalkränder bedeuten: Der letzte Gang muss wiederholt werden.

Was Anwohner vorab prüfen können

Bevor eine Reinigung beauftragt wird, lohnt ein Blick auf drei konkrete Punkte. Sie verhindern, dass eine Routine nur optisch sauber macht.

  • Material pro Etage notieren: Dielen, Sandstein, Linoleum und Teppich brauchen unterschiedliche Feuchtigkeit. Eine Liste an der Innenseite der Wohnungstür hilft dem Reinigungsteam.
  • Laufwege markieren: Die dunkelsten Stellen liegen fast immer zwischen Haustür, Briefkasten und Mülltonne. Dort reicht häufig eine zusätzliche Trockenreinigung pro Woche.
  • Lüftung prüfen: Feuchte Fensterbänke und kalte Ecken trocknen schlechter. Stoßlüften nach dem Wischen senkt die Gefahr von Kalkrändern und Schimmel.

Ein einfacher Praxistest nach zwei Wochen: mit dem Finger über die dritte Stufe von unten streichen; bleibt kein grauer Film, sitzt die Routine. Bleibt er, muss die Fugenreinigung vorgezogen werden, nicht die Nassreinigung verstärkt.

Call Now Button